Wir brauchen keine Panikstimmung

Tagesspiegel: Über die Hälfte der Deutschen hält Behörden für eher schlecht vorbereitet. Die Kassenärztliche Vereinigung dagegen hält die Bevölkerung für „überinformiert“.

Nur fünf Prozent der Bevölkerung sehen die Gesundheitsbehörden als ‘sehr gut’ auf das Corona-Virus vorbereitet an – so eine neue repräsentative Umfrage. Und dafür gibt es Gründe. Es mehren sich die Berichte über Verdachtsfälle, die stundenlang in Telefonhotlines warten mussten und noch länger auf einen Test, von überforderten und überlasteten Gesundheitsämtern oder Helfern, denen Desinfektionsmittel und Schutzkleidung ausgehen.

Wir brauchen keine Panikstimmung. Aber wir müssen uns Sorgen machen, ob unser von marktradikalen Politikern in den Personalnotstand hineingesparter Staat hinreichend handlungsfähig ist. Gerade die Gesundheitsämter sind Schlüsselstellen in der Kontrolle des Corona-Virus: An sie werden Verdachtsfälle gemeldet, sie sind zuständig dafür, Maßnahmen zu ergreifen und zum Beispiel alle Kontaktpersonen von Infizierten aufzuspüren – das können schnell hunderte Menschen sein. Seit Jahren wurden hier Stellen abgebaut oder schlicht nicht besetzt. Genauso wie in unseren Krankenhäusern. Das ist nicht nur unsozial – wenn sich die Situation weiter zuspitzt, wird das richtig gefährlich. Wie Gesundheitsminister Spahn angesichts solcher Zustände sagen kann, Deutschland sei auf das Corona-Virus gut vorbereitet, ist mir schleierhaft.


© post image dpa/marcel kusch

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