Trump mordet – Bundesregierung nennt es Reaktion

Juergen Ein Facebook-Post von Jürgen Todenhöfer gegen die Aggressionspolitik der US-Regierung

Mit der Ermordung General Soleimanis hat Trump dem Iran de facto den Krieg erklärt. Obwohl er weiß, dass dieser Krieg noch schrecklicher würde als alle US-Kriege im Mittleren Osten zuvor. Iran ist trotz der brutalen Sanktionen der USA militärisch ein starkes Land. Tausende Soldaten könnten in diesem Krieg ihr Leben verlieren und Hunderttausende Zivilisten. Nicht nur im Iran.

Jürgen Todenhöfer: Die Politik Trumps ist nicht den Tod eines einzigen deutschen Soldaten wert.

Trump weiß, dass der Iran nach der gezielten Ermordung Soleimanis zurückschlagen wird. So wie die NATO zurückschlagen würde, wenn feindliche Staaten NATO-Generalsekretär Stoltenberg mit einer Drohne ermordet hätten. Oder den amerikanischen Verteidigungsminister.

Soleimani war für die Iraner das Symbol des Kampfes gegen den IS. Er bekämpfte den IS am Boden und nicht wie die USA aus der Luft mit feigen Städtebombardements. Bei den gefährlichsten Schlachten war er oft selbst dabei, während Trump in seinem Washingtoner Solarium saß. Die überwältigende Mehrheit der Iraner wünschte ihn sich als nächsten Präsidenten.

Das ist kein Plädoyer für einen ausländischen Kriegsführer. Es ist ein Plädoyer gegen seine völkerrechtswidrige Ermordung. Und gegen die irre und wirre Politik der USA gegenüber dem Iran.

Mit der gezielten Tötung Soleimanis hat Trump den Iran zum zweiten Mal demonstrativ gedemütigt. Erst bestrafte er die jahrelangen bitteren Zugeständnisse des Iran bei der Kontrolle seiner zivilen Nuklearanlagen hohnlachend mit verschärften Sanktionen. Diese stürzten das ganze Land ins Elend. Sie schwächten die gemäßigten iranischen Führer um Rohani und Sarif, die den Zusagen der USA vertraut hatten. Jetzt ermordete Trump demonstrativ die beliebteste militärisch-politische Persönlichkeit des Iran.

Trump sät Sturm. Es könnte sein, dass er dafür einen Tsunami erntet. Deutschland sollte ihn bei den militärischen Folgehandlungen nicht unterstützen. Die Politik Trumps ist nicht den Tod eines einzigen deutschen Soldaten wert.

Wie üblich behauptet die US-Führung, ihre Dauer-Aggressionen gegen den Iran seien reine Verteidigungsakte. Von den USA ist man diese Tatsachenverdrehungen gewöhnt. Dass sich die Bundesregierung jetzt dieser Sprachregelung unterwürfig anschließt, ist schlimm. Sie nennt die Ermordung Soleimanis eine „Reaktion“ auf iranische Provokationen. So dreist hat noch nie eine deutsche Bundesregierung eiskalten Mord verharmlost.

Euer JT


Originaltext: www.facebook.com/JuergenTodenhoefer/photos/a.10150173554135838/10156954881135838/

Schreibe einen Kommentar

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.