Schule zu, Kita zu, und nun?

Sahra Ein Kommentar zu den drastischen Einschränkungen des Alltagslebens im Kampf gegen den Corona-Virus

Wir brauchen Sicherheit für arbeitende Eltern: Das Kinderkrankengeld muss entfristet oder zumindest auf sechs Wochen verlängert werden!

Sahra Wagenknecht: Wer Schulen und Kitas schließt, muss für alle Eltern eine Lösung parat haben.

Die Schul- und Kitaschließungen sind im Kampf um die Eindämmung der Corona-Ausbreitung eine richtige Maßnahme. Es ist jedoch nicht akzeptabel, dass nicht gleichzeitig geregelt wird, was die Eltern jetzt tun können. Sicher: Für die Kinder derjenigen, die in gesellschaftlich wichtigen Bereichen arbeiten, gibt es vielerorts eine Notbetreuung. Ich finde aber: Wer Schulen und Kitas schließt, muss für alle Eltern eine Lösung parat haben.

Vor allem Alleinerziehende oder Familien in denen beide Eltern Vollzeit arbeiten und bisher keine Arbeit von zu Hause möglich ist, stehen vor einem Problem. Sollen sie ihre Kinder in der Not doch zu den Großeltern bringen, obwohl die meist zur Risikogruppe gehören und eigentlich von Besuchen abgeraten wurde?

Der Appell an alle Arbeitgeber, jetzt pragmatische Lösungen zu finden, reicht nicht. Für Geringverdiener ist unbezahlter Urlaub keine Option. Umgekehrt dürften viele kleine Betriebe mit der vollen Lohnfortzahlung überfordert sein, wenn im Zuge der Einstellung des öffentlichen Lebens Aufträge und Einnahmen wegbrechen und Projekte unterbrochen werden. Der Staat darf jetzt weder die Familien, noch die vielen kleinen Betriebe, Geringverdiener, Freiberufler und Soloselbständigen im Stich lassen. Eine wichtige Maßnahme wäre daher, das Kinderkrankengeld jetzt auszuweiten, das derzeit nur für 10 Tage im Jahr und nur bei Krankheit des Kindes von den Krankenkassen gewährt wird. Dieses Kinderkrankengeld sollte jetzt auch für mindestens sechs Wochen an Eltern gezahlt werden, die ihr Kind häuslich betreuen müssen – ob es nun krank ist oder nicht.


© post image unsplash/ln

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