Sanders und Corbyn ziehen sich zurück

Oskar Ein Kommentar von Oskar Lafontaine zum Rückzug Bernie Sanders vom Wahlkampf der Demokraten

Bernie Sanders und Jeremy Corbyn ziehen sich zurück. Schade!

Oskar Lafontaine: Man fragt sich resigniert: Sind die Journalisten unserer Propaganda-Medien, die diesen Mist absondern, dumm, oder einfach nur verlogen?

Sie gehören zu den wenigen weltweit bekannten Politikern, die die Interessen der Mehrheit der Bevölkerung vertreten. Bernie Sanders wollte ein Gesundheitssystem für alle Bürgerinnen und Bürger der USA und die Veränderung der „kapitalistischen“ Wirtschaftsordnung durch Mitarbeiter-Unternehmen, die nicht vererbbar und veräußerbar sind und immer nur der jeweils im Betrieb tätigen Belegschaft gehören. Er stimmte gegen die völkerrechtswidrigen Kriege der USA, wollte die Macht der Wall Street beschneiden und ist ein Gegner des Sozialabbaus.

Corbyn wollte die Rück-Überführung wesentlicher Gemeinschafts-Aufgaben in öffentliches Eigentum, ebenfalls das marode britische Gesundheitssystem deutlich verbessern und eine spürbare Anhebung der Löhne und sozialen Leistungen. Natürlich war er auch immer gegen die Beteiligung Großbritanniens an völkerrechtswidrigen Kriegen. Sein Slogan: „For the many. Not for the few“ (Für die Vielen. Nicht für die Wenigen) war Programm.

Bezeichnend wieder die Reaktionen des größten Teils der deutschen Medien. Der „gemäßigte“ Kandidat Biden setzte sich gegenüber Sanders durch, sagen sie. „Gemäßigt“ heißt: Für völkerrechtswidrige Kriege, Kumpanei mit der Wall Street und Abbau sozialer Leistungen. Corbyn war, so das grüne Kampfblatt „die Taz“, „eine Katastrophe für die Partei“, die er „in eine Sackgasse geführt“ habe. Dabei hat sich unter ihm die Zahl der Mitglieder von Labour verdoppelt. Bei seiner ersten Wahl mit ihm als Spitzenkandidat erhielt seine Partei 40 Prozent und 12,8 Millionen Stimmen, bei seiner zweiten Wahl letztes Jahr 32,2 Prozent und 10,3 Millionen Stimmen – und damit mehr als seine Vorgänger Ed Miliband (30,4 Prozent, 9,3 Millionen Stimmen) und Gordon Brown (29 Prozent, 8,6 Millionen Stimmen) und sogar mehr Stimmen als Tony Blair 2005 (9,5 Millionen Stimmen).

Man fragt sich resigniert: Sind die Journalisten unserer Propaganda-Medien, die diesen Mist absondern, dumm, oder einfach nur verlogen?

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© Bild Jeremy Corbyn: Rwendland via Wikimedia Commons | Bild Bernie Sanders: Σ via Wikimedia Commons

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