Heute schon besteuert gewesen?

Mit großen Augen lesen wir diesen sinnlos erscheinenden Satz erneut. Heute schon besteuert gewesen? Was soll uns dieser Unsinn sagen? Was soll es bedeuten?

Eine besonders betrachtenswerte Steuerform

Nun, es soll uns dafür sensibilisieren, was wir denn so alles an Steuern zahlen. Es ist ja nicht so, dass wir mit der Steuer fertig wären, im Steuermichelland, wenn wir unsere Lohn- oder Einkommensteuer gezahlt haben. Sie wären erstaunt, wie viele Steuerarten den Regierungen einfielen, ging es um Genussmittel, Chemieprodukte und Luxusartikel. Wer sich damit beschäftigt macht den Computer aus und zeigt der Regierung den Mittelfinger, bevor er die Arme verschränkt, weil er beschloß , dass diese Regierung ihren Karren ab sofort alleine aus dem Dreck ziehen solle. Dass man nicht länger der Esel sein will, auf dem der pfeifende Politiker mit knallender Peitsche ruht.

Ob Hartz IV Bezieher wissen, dass sie fast fünfzehn Prozent im Mittel von ihrem Bezug wieder als Steuer an den Staat zurückgeben? Ebenso Rentner, selbst wenn sie häufig auch noch auf die Tafeln angewiesen sind oder in Mülleimern nach Essensresten suchen. Auch auf ihrer Schulter sitzt der Steuergeier und zwackt von der Rente, die ja auch noch der Einkommensteuer unterliegt, nochmals im Mittel ca. fünfzehn Prozent Steuern ab.

Die unsoziale Mehrwertsteuer

Welche Steuer soll denn so grausam und ungerecht gegen unsere Ärmsten im Land sein? Nun, die sozial ungerechteste Steuer des Landes überhaupt, die Umsatzsteuer, oder wie wir sie gerne auch nennen, die Mehrwertsteuer. Warum ist sie ungerecht? Trifft sie doch jeden? Nein, diese Steuer ist eine Endverbrauchersteuer. Sie betrifft nur Menschen, die eine Leistung oder ein Produkt verbrauchen. Unternehmen sind von ihr befreit. Was diese an Umsatzsteuer zahlen müssen, erhalten sie vom Finanzamt zurück. Gut, aber die Unternehmer sind ja als Privatmenschen auch Konsumenten, Endverbraucher. Hm, sind sie das? Wieviel Monat bleibt bei Ihnen am Ende des Geldes? Genau, in der Regel geht ihr ganzes Geld irgendwie im Laufe des Monats drauf. Und Sie zahlen auf jeden ausgegebenen Cent Umsatzsteuer. Für Lebensmittel und Lehrmittel sieben Prozent und für alles andere neunzehn Prozent. Daraus formte ich frecherweise im Mittel fünfzehn Prozent. Jedoch ist dies von dem persönlichen Ausgabebedarf abhängig. Bis hierhin kann ich aber noch keine Ungerechtigkeit sehen. Letztlich trifft es dann ja jeden gleichermaßen, oder?

Gerecht oder ungerecht?

Weiter oben betrachteten wir, dass die meisten von uns ihr gesamtes Einkommen für das Überleben ausgeben. Vielen jedoch verbleiben einige Tage vor Ende des Monats, an denen nichts mehr zum Leben bleibt, was sie ausgeben könnten. Und dann gibt es die anderen, jene, die Menschen dafür bezahlen müssen, dass ganze Geld wegzuräumen, dass schneller ins Haus fließt, als man es mit beiden Händen wieder aus dem Fenster werfen könnte. Menschen, bei denen das Geld so schnell zufließt, dass sie es nur noch verleihen oder an der Börse lagern können. Selbst wenn sie wollten, könnten sie mit diesem Geld keine neuen Arbeitsplätze erschaffen, weil es so schnell geht und so viel ist, dass ihre Mitarbeiter alle Hände voll damit zu tun haben, das lästige Papier irgendwie zu lagern. Irrsinniger Weise auch noch gewinnbringend! Und dazwischen leben all die Anderen, die sich zum Mittelstand zählen. Sie haben immer noch etwas Geld übrig, für teure Autos, Urlaub, Schmuck und Altersvorsorge.

Für all jene, deren Einkommen nicht einmal zu einem Prozent für das Überleben oder wenigstens Konsum dienen, gab es einmal eine Ausgleichsteuer. Sie bezeichnete sich als Vermögensteuer und war als Gerechtigkeitssteuer zur Umsatzsteuer des kleinen Mannes gedacht. Hier galt ein Freibetrag von ca. 60.000,00€ die jeder besitzen durfte, bevor er Vermögensteuer zahlen musste. Diese Steuer wurde von der CDU unter Helmut Kohl abgeschafft, um die „Investoren“ zu entlasten.

Umsatzsteuer, neben der Lohnsteuer der Hauptpfeiler des Bundeshaushaltes

Ohne dieser Steuer wäre unsere Lohnsteuerlast ca. fünfzehn Prozent höher. Auch der Bundeshaushalt kann nichts ausgeben, was er nicht einnimmt und wir alle wollen Schulen, Politiker und Verwaltung … (Scherz). Aber wir müssen uns in der Armutsdiskussion fragen, ob die Umsatzsteuer auf unterste Einkommen noch gerecht ist, wenn gleichzeitig Vermögen unbesteuert bleiben. Außerdem wäre es eine sehr bequeme Finanzierung einer Rentenerhöhung oder Hartz IV Gerechtigkeit, wenn die Umsatzsteuer an der Ladenkasse einfach entfiele, wenn der Rentenausweis oder Sozialausweis vorgelegt würde. Es müsste kein zusätzlicher Cent finanziert werden. Es müsste lediglich auf die ungerechte Armutsbesteuerung verzichtet werden.


© header image Capri23auto auf Pixabay

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