Gewerkschaftliches Handeln gefragt

IG Metall, Verdi & Co. ringen mit Strukturproblemen – aber nicht nur sie. Gewerkschaften in anderen Ländern geht es ähnlich. Es gibt aber auch Ausnahmen, wie ein europäischer Vergleich zeigt.

Der erste Vorsitzende der IG-Metall hatte es damals so ausgedrückt: „Nicht Ruhe, nicht Unterwürfigkeit gegenüber der Obrigkeit ist erste Bürgerpflicht, sondern Kritik und ständige demokratische Wachsamkeit.“ Die Würde des Menschen ist Ziel des Handelns aber auch Ausdruck sozialer Gerechtigkeit. Voraussetzung ist, dass die Menschen die Möglichkeit haben, nicht nur in der gesellschaftlichen Ordnung sich frei zu entfalten sondern auch aktiv mitzuwirken. Wir spüren es deutlich, dass die Zeiten unsicherer und schwieriger geworden sind. Aber genau deswegen sind auch gerade die Gewerkschaften aufgerufen, sich ihrer Gesamtaufgaben zu stellen und sie wahrzunehmen.

Diese Aufgaben sind insbesondere Maßnahmen gegen die Ausuferung von prekären Beschäftigungsverhältnissen sowie Hartz IV, Niedriglöhne, Alters- und Kinderarmut, steuerliche Ungerechtigkeit. Als wichtigstes Mittel um Aufgaben wahrzunehmen ist die Sicherung des Frieden in der Welt durch die Zusammenarbeit mit anderen Ländern auf Augenhöhe, ohne zu bevormunden. Dadurch können auch Aktionen über Ländergrenzen hinweg durchgeführt werden.

Die letzten Wahlen in Sachsen und Brandenburg haben eindeutig gezeigt, wie gespalten die Parteien sind. Sie bestehen unversöhnlich auf ihren Standpunkten. Keine dieser Parteien ist bereit zu gemeinsamen Gesprächen. Die gewählten Vertreter haben sich in der Hängematte eingerichtet und fühlen sich für ihren eigenen Wohlstand verantwortlich. Wenn jetzt Politikverdrossene sagen, dass sie nicht mehr wählen und sagen, dass das doch eh nichts ändert, sie machen doch was sie wollen, dann fehlen mir und vielen anderen die Gegenargumente.

Die Gewerkschaft stand immer an der Spitze, wenn es um allgemeine Lebensverbesserungen der Menschen, der Erhaltung des Frieden sowie der friedlichen Zusammenarbeit mit den Völkern ging. Hier sollte sie gemeinsam mit sozialen Organisationen und Parteien zu Großkundgebungen aufrufen, die diese völlige Unzufriedenheit mit dem Wirken der Regierung beenden wollen, um eine bessere Zukunft zu sichern. Die aktuelle Generaldebatte im Bundestag, besonders die Rede der Kanzlerin, hat nochmals eindeutig die Wichtigkeit folgender Punkte bewiesen: Kritikfähigkeit am System und ständige Wachsamkeit zur Erhaltung der Demokratie, Wahrung der Menschenwürde und Teilnahme an der Völkerverständigung.

2 Gedanken zu “Gewerkschaftliches Handeln gefragt”

  1. Die Geiz-ist-geil-Mentalität zusammen mit der atypischen und befristeten Beschäftigung führen zur Schwächung der Gewerkschaften.
    Das Einzige, was wirklich dagegen helfen würde, wäre eine Zwangsmitgliedschaft für alle abhängig Beschäftigten in der Gewerkschaft, genauso wie das bei Berufsverbänden ist. Dann würde Waffengleichheit herrschen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern und der Gewerkschaftsbeitrag könnte auch niedriger angesetzt werden.

  2. Seit Einführung der Leiharbeit durch Schröder, Münthefering, Steinmeier und Konsorten (Änderung in der jetzigen Form), sind die Gewerkschafts-Mitgliederzahlen zurückgegangen. Warum? Welcher Unternehmer holt sich freiwillig Gewerkschaftsmitglieder ins Haus? Welcher Arbeitnehmer läßt sich organisieren, obwohl er weiss, dann nicht vermittelt zu werden? Also: sorgt dafür, dass die Leiharbeit abgeschafft wird, dann bekommt Ihr auch mehr Mitglieder. Funktionierte immer schon.

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