Gegen Mangel an medizinischer Schutzausrüstung dringend durchgreifen

Ich verstehe nicht, warum Jens Spahn eine Mundschutzpflicht so kategorisch ablehnt. Dabei geht es weniger darum, sich selbst zu schützen. Spezielle Atemschutzmasken müssen jetzt für das Personal reserviert werden, die jetzt etwa in Kliniken und Pflegeheimen besonderer Ansteckungsgefahr ausgesetzt sind. Aber mit einer simplen Bedeckung von Mund und Nase können wir andere schützen! Viele mit dem Coronavirus Infizierte zeigen gar keine oder wenige Symptome, sind außerdem schon Tage vor dem eigentlich Krankheitsausbruch ansteckend. Das Risiko, dass sie unwissentlich noch andere anstecken, wird durch einen Mundschutz nachweislich eingedämmt. Das ist kein Ersatz für andere Hygiene-Maßnahmen, aber wie Erfahrungen aus asiatischen Ländern zeigen, ist es ein sinnvolles zusätzliches Mittel, um die Übertragung des Virus weiter einzudämmen.

In Österreich müssen die Supermärkte nun allen Kunden einen Mundschutz geben. Das halte ich für sinnvoll, denn gerade beim Einkaufen können Abstandsregeln oft nicht eingehalten werden. Gegen den Mangel an medizinischer Schutzausrüstung muss die Bundesregierung dringend durchgreifen: Andere Produktionskapazitäten müssen umgewidmet werden, existierende Bestände notfalls beschlagnahmt und entschlossen gegen Wucherpreise vorgegangen werden! Ärzte und Pflegekräfte müssen jetzt jeden möglichen Schutz erhalten, sonst wird die medizinische Versorgung in der Fläche gefährdet und es drohen weitere Tote, etwa in Altenheimen.


© post image dpa

Schreibe einen Kommentar

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.