Freiheit ist die Einzige, die zählt

Ein Beitrag von Linda Moulhem Arous

Frei und gleich sollen wir alle sein, was ich mir durchaus wünschen würde, aber die Realität hat all zu oft gezeigt, dass dem nicht so ist. In diesem Artikel versuche ich den Unterschied zwischen negativer und positiver Freiheit zu erklären.

Gepostet von Linda Moulhem Arous am Sonntag, 7. Juli 2019

Unterdrückung und das gute Leben

Frei und gleich sollen wir alle sein, was ich mir durchaus wünschen würde, aber die Realität hat all zu oft gezeigt, dass dem nicht so ist. In diesem Artikel versuche ich den Unterschied zwischen negativer und positiver Freiheit zu erklären. Meine Meinungen sind inspiriert vor allem durch die Theoretikerinnen Iris Marion Young und Martha Nussbaum. Beide beschreiben, was eine faire, gleiche und gerechte Gesellschaft ausmachen sollten.

Young legt den Fokus auf die fünf Formen der Unterdrückung

  • Ausbeutung
  • Machtlosigkeit
  • Marginalisierung
  • Kulturimperialismus
  • Gewalt

Der Staat muss hier für die grundlegenden Bedingungen sorgen, also die Verteilungsgerechtigkeit und die Bedingungen für kollektive Kommunikation und Kooperation. Damit eine Gesellschaft gerecht ist, darf es keine Unterdrückung geben.

Nach Young existiert immer eine unterdrückte und eine privilegierte Gruppe. Sie sieht, dass es formal in den meisten Systemen ein gewisse Gerechtigkeit gibt, in der Realität hingegen existiert diese nicht, denn es sind immer gewisse Gruppen benachteiligt.

Positive und negative Freiheit

In Martha Nussbaums „aristotelischen Sozialdemokratismus“ soll der Staat auch eine aktive Rolle einnehmen. Dieser muss für das „gute menschliche Leben“ sorgen. Jedem und Jeder muss der nötige Lebensunterhalt zugesichert werden und nach den individuellen Bedürfnissen des Einzelnen geschaut werden. Dementsprechend muss es dann zu einer Förderung und Befähigung kommen.

Der Staat stellt eine Regierung über freie und gleichgestellte Bürgerinnen und Bürger dar. Um diese Freiheit und Gleichheit zu erreichen wird jedem das Nötigste und zusätzlich das, was er oder sie nach Leistung bekommen sollte, zur Verfügung gestellt. Wichtig ist, dass Bedürftigkeit immer über dem Privateigentum steht.

Nussbaums Grundidee besteht darin, den Besitz zu minimieren, denn mehr ist ungleich besser. Gerechtigkeit entsteht hier durch eine gleichmäßige Verteilung und die individuelle Förderung und Befähigung.

Beide Theorien fordern eine positive Freiheit, welche einen Unterschied zur liberalen negativen Freiheit darstellt.

Das letzte Wort

Ob es nun Menschen mit Behinderungen oder einem Migrationshintergrund sind oder sexuell „anders“ Orientierte sind, ob es Altersdiskriminierung oder die Diskriminierung der Frau ist: Der Staat muss hier ein aktivere Rolle einnehmen, damit wir zu einer gut funktionierenden und gemeinschaftlichen Gesellschaft heranwachsen.

Doch zur Zeit sehe ich jeden Tag nur Hass und Gewalt. Ich möchte keine Kinder in so eine Welt setzen.


Bildmaterial von Stern TV, Sendung vom 02.08.2017, RTL

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