Donald Trump – Der politische Super-Gau

William Shakespeare: „Ob’s edler im Gemüt, die Pfeil und Schleudern des wütenden Geschicks erdulden oder, sich waffnend gegen eine Flut von Plagen, durch Widerstand sie enden? Sterben, schlafen, nichts weiter!“

Shakespeare legte einst seinem Protagonisten diese schicksalsschwere Frage auf die Lippen. Den weiterführenden Monolog kennen wir alle, der da lautet »Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage.«

Ebenso stellt sich die Schicksalsfrage nach Amerikas politischer Zukunft. Kann es ein Zurück geben, eine Rückkehr zu dem, was vormals Normalität war? Wird sich die politische Zeitrechnung in vor und nach Trump untergliedern? Kann sich ein demokratisches Land von einem Tyrann wie Trump jemals erholen? Wir sprechen nicht über einen Politiker, der rücksichtslos, sex- und machtbesessen ist. Wir sprechen über einen Politiker, dem zahlreiche Psychiater eine Geisteskrankheit unterstellen. Und ich kenne kaum jemanden, der daran Zweifel hegt, wenn er dem amtierenden, amerikanischen Präsidenten bei seinen täglichen Aktivitäten und Äußerungen folgt. Wenn dieser Mann nicht wahnsinnig ist, dann vertrete ich die Auffassung, wir könnten alle Irrenanstalten schließen, weil dann niemand wahnsinnig ist.

Es bleibt die Frage, welche Folgen besitzt eine solche Zeit des Amtsmissbrauches? Der „Diktatur“ und Unterdrückung, in jeder Form von Freiheit? Was wir beobachten ist, dass selbst die bisher angesehensten Organe des amerikanischen Journalismus einen Schaden genommen haben. Deren Berichterstattung hat sich an den Ton des Präsidenten angepasst. Plakativ, reißerisch und nicht mehr um die Wahrheit bemüht. Es geht nur noch darum, die eigene Sicht zu verbreiten und durchzusetzen.

Wenn der Journalismus in einer Diktatur selbst zum Diktator wurde, dann leidet darunter die öffentliche Information. Auch wir erleben diese Situation täglich in unseren Presse- und Medienorganen. Und auch bei uns ist es lediglich die Folge von diktatorischer Einflussnahme. Nicht nur von Seiten der gewählten Volksvertreter, sondern auch durch die Finanzdiktatur, welche schon längst die wahre Machthaberin in unserem Land ist. Ob die Nachfolge von Trump ebenfalls an einer offensichtlich, gespaltenen Wahrnehmung von Wahrheit und Realität leiden wird, ist nur schwer vorherzusagen. Aber eines darf als gesichert gelten, in einem Wahlkampf mit Trump würde nur ein Politiker bestehen können, dem Wahrheit, Demokratie und Gerechtigkeit ähnlich gleichgültig ist wie Trump.

Was immer die politische Entwicklung Amerikas sein wird, als verlässlicher Handels- und Bündnispartner ist dieser Kontinent auf Jahre hinaus verloren. Auch wenn in Amerika die Amtszeit eines Präsidenten auf zwei Mandatsperioden begrenzt ist, eine solche „Persönlichkeit“ wie Trump vergiftet die internationalen Beziehungen auf Jahrzehnte, in nur einer einzigen Amtsperiode. Europa muss dieser Entwicklung Rechnung tragen. Wir dürfen uns nicht in den Wahnsinn von Handels- und rohstofforientierten Kriegen hineinziehen lassen. Wir tragen eine Mitverantwortung in der Weltenfamilie, dass die Grundversorgung aller Menschen gewährleistet wird. Nicht wir alleine, aber auch wir. Wir dürfen uns nicht zu Handlangern eines Wahnsinnigen degradieren lassen. Ein deutliches NEIN zur amerikanische Waffen- und Truppenstationierung auf europäischem Boden mit Ausstieg aus allen Handelsverträgen mit Amerika, die uns zu Embargen auf amerikanisches Verlangen verpflichten und ein europäischer Ausstieg aus allen militärischen Bündnispartnerschaften mit dem US-Regime. Nichts spräche gegen vernunftsgesteuerte Einzelpartnerschaften, im Bedarfsfall.

Wir dürfen uns nicht länger zu langfristigen Partnerschaften mit einem Land verpflichten, das geführt wird von Wahnsinnigen.


© images dpa & reuters

1 Gedanke zu “Donald Trump – Der politische Super-Gau”

  1. Immanuel Kant, der Philosoph der Aufklärung, schrieb zum Stichwort: »Das einzige allgemeine Merkmal der Verrücktheit ist der Verlust des Gemeinsinnes (sensus comunis) und der dagegen eintretende logische Eigensinn (sensus privatus).«

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