Die Retter der Nation

Oskar Ein Kommentar von Oskar Lafontaine zum Corona-Hilfspaket des Bundestags

Um Himmels willen! 756 Milliarden Euro Rettungspaket – wer soll das bezahlen?

Der Bundestag hat gerade ein Corona-Hilfspaket von insgesamt 756 Milliarden Euro beschlossen. Um Himmels willen, wer soll das bezahlen? Die Antwort ist einfach: Beendet die überflüssige Beteiligung an Kriegen. Stoppt die Aufrüstung und das absurde zwei Prozent-Ziel der Nato. Versteuert endlich große Erbschaften und Vermögen. Und stoppt die Steuerhinterziehung der Reichen.

Oskar Lafontaine: Beendet die überflüssige Beteiligung an Kriegen und versteuert endlich große Erbschaften und Vermögen.

Die Gefahr ist groß, dass die Leute mit geringem oder durchschnittlichem Einkommen und kleine und mittlere Betriebe und Selbständige, die gerade so über die Runden kommen, wie schon in der Banken-Krise wieder die Zeche zahlen. Und die wachsenden Zustimmungswerte zu den neoliberalen Regierungsparteien CDU, CSU und SPD zeigen, dass die verängstigte Bevölkerung schnell vergisst, wer Sozialabbau, Lohndrückerei, Rentenkürzungen, das Privatisieren und Kaputtsparen des Gesundheitssystems und die himmelschreiende Umverteilung von unten nach oben durch ein ungerechtes Steuersystem als „alternativlos“ durchgesetzt hat. Die Kampagnen-Medien, die den neoliberalen Irrsinn mit verbrochen haben, denken selbstverständlich nicht daran, in Erinnerung zu rufen, wer die Verantwortung dafür trägt.

Wieder einmal bestätigt sich der berühmte Satz Bertold Brechts:

„Das Gedächtnis der Menschheit für erduldete Leiden ist erstaunlich kurz.“

Und hoffentlich bewahrheitet sich in Zukunft nicht sein darauf folgender Satz:

„Ihre Vorstellungsgabe für kommende Leiden ist fast noch geringer.“

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© Bild: Sandro Halank via Wikimedia Commons

Ein Gedanke zu „Die Retter der Nation“

  1. Diese Krise ist für CDU und SPD wie eine Krücke, welche diesen lahmenden Parteien über das Zustimmungstief in der Bevölkerung hilft. Du hast völlig recht, die Menschen haben ein erschreckend kurzes Gedächtnis und diejenigen in den diversen Thinktanks wetzen mit Sicherheit bereits die Messer, um das Geld über noch mehr schmerzhafte Schnitte im Sozialsystem wieder reinzuholen.
    Ein Reisekonzern erhält fast zwei Milliarden Euro per Beschluss in den Rachen geschoben, während ein kleiner Unternehmer mit Fragebogen für ein paar Euro Hilfe traktiert wird, denen allein 8-10 Seiten Lektüre wegen dessen Unverständlichkeit beigefügt ist.
    Es gibt das manchmal sogar zutreffende Sprichwort, dass jeder seines Glückes Schmied sei. Umgedreht bedeutet es, dass jeder seines Unglücks Schmied ist und bezogen auf das kurze Gedächtnis der Menschen kann es nur folgendes heißen: Wenn wir uns anlässlich dieser Krise wieder mal von den Finanz- und sonstigen Großkonzernen und ihren Ausführungsorganen in den o.g. Parteien / Regierung über den Nüschel ziehen lassen, haben wir es nicht besser verdient. So ist das leider. Aufstehen ist in dieser Situation dringender notwendig denn je!

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