Die Rechts-Mitte-Links-Problematik

ChristianEin Kommentar zum Artikel Tagesschau: Wer ist denn nun die Mitte?

Als politische Mitte bezeichnet man einen Standpunkt im politischen Spektrum, der zwischen „links“ und „rechts“ liegen soll. Wo genau sich diese „Mitte“ befindet und durch welche Positionen sie charakterisiert wird, ist allerdings umstritten. Entsprechend diffus ist auch die Verwendung des Ausdrucks. [1]

Auf der Suche nach einer Mitte, die es nicht gibt

Die Einteilung in Rechts und Links ist den neoliberalen Eliten aus Wirtschaft und Politik nur recht. So spaltet man die Bevölkerung, lässt sie mit sich selbst beschäftigen, nimmt ihr die solidarische Kraft. Während alle mit den Gegnern beschäftigt sind, wird in aller Ruhe und ungestört die neoliberale Ideologie in alle Bereiche unseres Lebens weitergeführt. Das läuft seit Jahrzehnten so. Große Teile der Bevölkerung sind nur noch konsumdominiert, andere haben sich in eine private Teilnahmslosigkeit zurückgezogen. Die, die noch den Mund aufmachen, sind schnell in Schubladen einsortiert. Linke, Rechte, Öko-Verblendete, Extremisten, usw.

Und die berühmte und viel beschworene Mitte? Gibt es sie überhaupt? Sind das dann die Guten? Nein. Und um die Frage des Tagesschau-Artikels zu beantworten: Es gehört niemand zur „politischen Mitte“, weil es sie nicht gibt. Es ist nur eine gedankliche und künstliche Positionierung derer, die sich gerne so sehen möchten und sich selbst zu dieser ernannt haben. Das sind die neoliberal geprägten Systemparteien. Also fassen wir zusammen: Wenn es keine Mitte gibt, dann kann es demnach auch kein Links und Rechts geben. Aber was es gibt, ist ein Oben und Unten. Oben befinden sich die neoliberalen Eliten, die in ihrem Geist alle Lebensbereiche der Menschen dominieren und die Menschen stets ungefragt lassen, weil ihnen ihre Politiker willig in die Hände spielen. Und Unten ist der Rest, es sind wir Alle, die demokratisch, friedliebend und mit sozialer Gerechtigkeit ein Leben in Würde und Menschlichkeit führen wollen.

Die von „Oben“ werden nicht auf uns hören, uns weiter spalten oder ruhig stellen wollen. Wir, die von „Unten“ müssen endlich solidarisch und mit voller Überzeugung für die Menschen und eine bessere Gesellschaft kämpfen. Wir brauchen keine trennende Politik, sondern eine Politik, die Menschen wieder verbindet.


[1] de.wikipedia.org/wiki/Politische_Mitte

© header image Manfred Antranias Zimmer auf Pixabay

2 Gedanken zu „Die Rechts-Mitte-Links-Problematik“

  1. Rechts und links gibt es schon. Rechts ist konservativ, links progressiv. Rechts in bewarend, links verändernd. Eine Mitte gibt es nicht. Man ist entweder konservativ oder progressiv. Herbert Marcuse sprach von der repressiven Toleranz. Alle Meinungen können geteilt werden, aber der repressive Apparat macht ungeirrt weiter. Aber trotz der repressiven Toleranz gibt es Klassenstandpunkte.

  2. Ich denke, dass jeder weiß, dass rechts und links ihren Ursprung in der Sitzordnung im Reichs-bzw Bundestag haben. Ganz rechts neben CDU/CSU sitzt heute die AfD, ganz links Die Linke. Heute ist es verdammt schwer zu sagen, wo nun die Mitte ist. Amüsiert bin ich immer, wenn ich lese, Merkel ist zu weit links geworden. Zustimmen kann ich, dass Scholz sie rechts überholt hat. Gott bewahre uns vor ihm als neuen SPD-Vorsitzenden.

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