Der ungerechte Wettbewerb der Leistungsgesellschaft

ThomasEin Kommentar zum Artikel Rubikon: Die Welt als Wettbewerbsarena

Unsere Gesellschaft setzt immer mehr auf Stärke, denn nur wer Stärke zeigt, ist angesehen in einer leistungsausgerichteten „Wertegemeinschaft“. In Zeiten der Not hat man sich einst die Hände gereicht, um sich gegenseitig zu unterstützen. Was ist davon übrig geblieben? In der Schulausbildung ist Leistung schon längst an der Tagesordnung. Der Leistungsdruck wächst in zunehmenden Maße und die Lehrer sind dieser kommerziellen ausgerichteten Bildungspolitik nicht mehr gewachsen, was zunehmend zu sozialen Problemen an unseren Schulen führt. Die Politik macht es sich da wieder einmal einfach, indem sie argumentiert, den Eltern mehr Verantwortung bei der Erziehung der Kinder zuzuschreiben. Eltern können Liebe geben, sind jedoch nicht immer in der Lage pädagogische Leistungen zu erbringen. So werden Lehrer in einer neoliberalen Wirtschaftsform als Vermittler einer kapitalistischen Ideologie regelrecht verheizt. Unsere gesellschaftlichen Probleme liegen viel tiefer als wir glauben und beginnen in der Kindheit des Einzelnen. Insofern ist es müssig mit Stellschrauben-Politik unsere Gesellschaftsprobleme zu bewältigen. Es ist ein tiefgreifender Systemwechsel in der Sozialpolitik notwendig, um dieser menschenunwürdigen Bildungspolitik entgegenzuwirken.

Sahra Wagenknecht über Leistung und Belohnung:

„Es gibt noch die Möglichkeit, reich zu werden. Wenn man ein Unternehmen gründet, das läuft. Aber es gibt viele Leute, die viel leisten und nie reich werden. Wir sind alles andere als eine Leistungsgesellschaft, wenn ich sehe, dass Pleite-Manager teilweise mit Millionen bezahlt werden, deren Leistungen im Ergebnis sind, dass das Unternehmen kurz vor dem Bankrott steht und trotzdem noch den „goldenen Fallschirm“ bekommen. Oder was im Finanzsektor bezahlt wird für Spekulationen, also für Dinge, die für die Gesellschaft gar nichts leisten und auf der anderen Seite haben wir Menschen, die sehr wichtige gesellschaftliche Arbeiten in Krankenhäusern oder Pflegeheimen leisten und werden in einer Weise schlecht bezahlt, dass es für die gesamte Gesellschaft eine Schande ist.“


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