Corona-Virus-Pandemie – was lernen wir daraus?

Oskar Ein Kommentar zur Corona-Krise

Der Neoliberalismus, der unter anderem Krankenhäuser kaputtgespart und die Produktion lebenswichtiger Arzneimittel nach China und Indien verlagert hat, gehört auf den Müllhaufen der Geschichte!

Oskar Lafontaine: Wir brauchen wieder mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt und Solidarität und weniger Selbstverwirklichung und Eigennutz.

Die Corona-Virus-Pandemie offenbart, wie falsch es war, dass wir in der Ära des Neoliberalismus das Gemeinschaftsleben vernachlässigt haben. Nicht mehr Gemeinsinn und Zusammenhalt bestimmten weite Teile der Gesellschaft, sondern Selbstverwirklichung und Eigennutz.

Umso erfreulicher ist es, zu beobachten, dass die jetzige Krise viele Menschen daran erinnert, wie wichtig es doch ist, zusammenzuhalten und füreinander einzustehen. So hat sich etwa im Saarland eine Nachbarschaftshilfe gegründet, die Hilfeleistende und Hilfesuchende zusammenführen und somit den Alltag vieler erleichtern will: www.nh-saarland.de. Eine Initiative, die ich gerne unterstütze.

Was wir jetzt besonders sehen, ist, wer wirklich unverzichtbare Arbeit für uns alle leistet: Krankenschwestern, Altenpfleger, Ärzte, Verkäuferinnen, Paketboten, Fahrer und so weiter. Nicht die Investmentbanker, „Nieten in Nadelstreifen“ und anderen Multimillionäre, die vor allem die Propheten des Neoliberalismus und in der Politik besonders CDU und FDP jahrelang als „Leistungsträger der Gesellschaft“ gepriesen haben.

Jetzt haben es Krankenschwestern, Pfleger, Verkäuferinnen, Paketboten, Fahrer und viele andere, die in schlecht bezahlten und unsicheren Arbeitsverhältnissen beschäftigt sind, schwarz auf weiß: Sie sind „systemrelevant“. Darum müssen sie in der aktuellen Corona-Krise weiter zur Arbeit gehen und riskieren, sich anzustecken. Es stimmt: Ohne diese Mitmenschen, die für unser Alltagsleben unverzichtbar sind, geht nichts mehr. Aber wenn die Corona-Krise überstanden ist, ist zu befürchten, dass wieder schnell vergessen wird, wie „systemrelevant“ diese Berufsgruppen mit schlechter Bezahlung, starker Belastung und familienunfreundlichen Arbeitszeiten sind. Das muss uns alle beschämen, vor allem aber diejenigen, die in Politik und Gesellschaft die Fehlentscheidungen der letzten Jahre zu verantworten haben, die zu schlechten Löhnen, unsicheren Jobs und Hungerrenten geführt haben. Hoffentlich zerstören der Corona-Virus und seine Folgen das Kartenhaus des Neoliberalismus. Wir brauchen wieder mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt und Solidarität und weniger Selbstverwirklichung und Eigennutz.

#corona  #covid19  #deutschland  #solidarität  #leistungsträger  #krankenschwestern  #verkäuferinnen  #nachbarschaftshilfe  #saarland  #aufstehen  #oskar  #lafontaine  #oskarlafontaine

2 Gedanken zu „Corona-Virus-Pandemie – was lernen wir daraus?“

  1. Das erlebte Grenzmanagement der deutsch/französischen Grenze zeigt eindeutig, worum es bei der Schließung geht. Es wird die Einreise von Frankreich nach Deutschland von deutscher Bundespolizei kontolliert, der andere Weg, raus aus Deutschland wird nicht kontrolliert. Was ist hier die Kontrolle, die mit Maschinenpistolen durchgeführt wird ? Es gibt keiner Beachtung oder Fragen zum Gesundheitszustand, es gibt nur die Frage/Kontrolle ist man Deutscher oder nicht, der Ausweis wird verlangt. Ein Franzose hat keine Chance nach Deutschland einzureisen, auch nicht als Pendler um einen deutschen Arzt aufzusuchen oder sich Medikamente zu besorgen, die in Frankreich nicht zugelassen sind. Ich dennke, der Hintergrund ist hier das Flüchtlingsdrama. Millionen von Menschen stehen vor den Toren der EU. Mit diesem Grenzmanagement setzt die Bundesregierung AfD-Politik um, der Corona wird nur benutzt. Es werden auch hochfrequentierte wichtige Grenzübergänge, wie den z.B. Beinheim/Wintersdorf ohne Angaben von Gründen komplett zu gemacht. Begründung der Polizisten „es ist Anordnung“. Der Verkehr von solhen Stellen wird auf Nachbarübergang gewiesen, hier Roppenheim/Iffezheim, der ohnehin völlig überlastet ist und die Fahrzeuge sich kilometelang stauen, diese Situation wird noch verschärft. In Wissembourg ist es usus, das man auch häufig zum Tagesessen nach Deutschland, Schweigen-Rechtenbach (500 Meter) fährt. In Frankreich haben die Restaurants geschlossen und die Franzosen dürfen nicht mehr auf die deutsche Seite zum Essen. Hinzu kommt jetzt noch, dass in Frankreich Ausgangssperre gesetzt wurde, will man die Bevölkerung vernichten?
    https://www.spiegel.de/politik/ausland/coronavirus-die-angst-in-den-fluechtlingslagern-griechenland-libanon-bangladesh-kenia-a-b9dffd13-47b2-4c2e-ae12-5acb7391e444

  2. Wird man die Lehren der Geschichte wirklich ziehen? Mit wieviel Dummheit bekommen wir es noch zu tun? Warum erinnere ich mich bloß an meinen Pisa Platz 3 Unterricht meiner Kindheit? Ich wünsch mir, dass wir die Chancen sehen und nutzen. Demokratie ist ein wertvolles Gut. Warum nur dauern Entscheidungsprozesse so lange? Warum fühl ich mich manchmal allein gelassen und irgend wie nicht gehört? Muss man erst brüllen, nur weil Frau es kann? Macht weiter. Strengt euch an. Respekt fürs Gesicht zeigen und den Mut zur Veränderung.

Schreibe einen Kommentar

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.